Die Geschichte von Steffi und Jonas

Steffi und Jonas waren 2020 bei uns in der Diers Klinik, um sich den Kinderwunsch zu erfüllen. Weil Jonas Transgender ist, hat sich das Paar für den Behandlungsweg mit Spendersamen in Dänemark entschieden. Hier können Sie die Geschichte der kleinen Familie lesen, die nun mit der Geburt von der kleinen Juna komplett ist. Vielen Dank an Jonas und Steffi, dass ihr eure Geschichte teilt!

Herausforderungen in Deutschland führten nach Dänemark  

Der grundsätzliche Kinderwunsch war eigentlich schon immer da. Nur ist dies etwas in den Hintergrund gerückt, da Jonas ein Transmann ist (als Frau im falschen Körper geboren). Kinder machen auf natürliche Weise war also leider nicht möglich.

Nach telefonischer Rücksprache mit der Krankenkasse haben diese sofort gesagt, dass eine Kostenübernahme für eine künstliche Befruchtung in diesem Fall nicht möglich sei.

Über viele Ecken (Freunde der Freunde von Freunden …) haben wir irgendwann (ca. Anfang 2019) erfahren, dass eine lesbische Frau zur künstlichen Befruchtung in Dänemark gewesen ist. Und schon gingen die Recherchen los. Diese Information hat einfach sämtlich Türen geöffnet und hat uns dazu gebracht, uns noch viel weiter zu informieren.

Wir kamen bei der Google-Suche irgendwann auf die Diers Klinik und waren vom ersten Moment an begeistert. Auf der Internetseite findet man einfach alles, was man wissen muss. Wir haben uns direkt das Infomaterial zusenden lassen und daraufhin online einen Termin zum Vorgespräch vereinbart.

rstgespräch und Vorbereitungen

Das Erstgespräch fand dann im Februar 2020 statt und war einfach super. Da wir den persönlichen Kontakt bevorzugten, sind wir für einen 3-tägigen Kurztrip nach Dänemark gefahren, um direkt vor Ort zu sein und uns das ganze gleich mal anzusehen.

Schon ab dem Moment, als wir die Klinik betreten haben, haben wir uns sehr wohl gefühlt. Die Atmosphäre ist einfach total entspannt und alle Mitarbeiterinnen sind supernett und freundlich. Beim Aufnahmegespräch wurden alle Fragen geklärt und Line ist alles mit uns sehr verständlich und langsam durchgegangen. Bei weiteren Fragen konnten wir auch jederzeit eine E-Mail hinschreiben und haben sehr zügig immer eine Antwort erhalten.

Bei der Spenderwahl war unser Gedankengang zum einen, dass der Spender ein paar äußerliche Merkmale hat, die auch auf Jonas zutreffen (Augenfarbe, Haarfarbe usw.) und zum anderen die Kategorie. Sicher muss man sich hierüber ausreichend Gedanken machen, ob man will, dass das Kind zum Spender mit 18 Kontakt aufnehmen könnte oder eben nicht (anonym). Uns war es eben wichtig, dass dies vom Kind selbst mit 18 entschieden werden kann, sodass wir einen Spender mit ID-release gewählt haben.

Erste Inseminationsbehandlung während der Coronapandemie

Die erste Behandlung war am 07.06.2020. Nach ständiger Beobachtung des Eisprungs und dessen 4-tägige Verspätung, war der Ovulationstest schließlich am 06.06.2020 morgens gegen 9 Uhr positiv.

Wir riefen also sofort in der Klinik an, sodass diese uns die Einreisegenehmigung für die Grenze (aufgrund der Coronapandemie war ein triftiger Grund notwendig) per Mail schicken konnten und wir einen Termin für den nächsten Morgen um 10 Uhr ausmachten. Wir packten unsere Sachen und fuhren direkt um 10 Uhr mit dem Auto los. 12 Stunden später sind wir dann abends um 22 Uhr im Hotel WakeUp angekommen und schliefen dort eine Nacht.

Wir gingen pünktlich am nächsten Morgen um 10 Uhr zur Behandlung. Auch hier haben wir uns wieder sehr wohl gefühlt. Zuerst wurde bei Steffi ein Ultraschall gemacht, um zu sehen, ob das Follikel groß genug ist. Hier war alles perfekt und wir haben gewartet, bis die Spendersamen aufgetaut waren. Der Katheter ging direkt in die Gebärmutter und Jonas durfte die Spritze sogar selbst abdrücken. Nach 20 Minuten Ruhen verabschiedeten wir uns, gingen noch einen Kaffee trinken, waren sehr aufgeregt und fuhren mittags wieder 12 Stunden nach Hause.

Erfolg bei der ersten Behandlung

Nach qualvollen 10 Tagen des Wartens machten wir am 17.06.2020 den Ultra Frühtest von ClearBlue, der dann erfreulicherweise positiv war.

Unsere Familie und auch die Freunde waren alle darin eingeweiht und haben alle mitgefiebert, dass es funktioniert hat. Dementsprechend wurden auch alle gleich nach dem positiven Test informiert, da ja auch jeder gespannt danach gefragt hat 😊

Am 19.02.2021 ist dann unsere kleine süße Juna geboren 😉

Die größte Herausforderung im ganzen Prozess für uns war das Timing. Da Steffi beim Zahnarzt angestellt ist und nur Betriebsurlaub hatte, musste der Eisprung also direkt in einen Urlaub fallen. Zudem kam dann noch die Corona-Situation, die uns im April aufgrund der frisch geschlossenen Grenzen zu Dänemark einen Strich durch die Rechnung gezogen hat, da zu diesem Zeitpunkt noch nicht klar war, dass die künstliche Befruchtung ein triftiger Grund zur Einreise ist. Letztendlich hat dann aber im Juni zum Glück alles gepasst.

Wir danken der Diers Klinik und allen Mitarbeiterinnen für die tolle Begleitung und natürlich unserem Spender, sowie auch allen anderen Samenspendern, die es auch für uns und alle anderen möglich machen, eine Familie zu gründen.