Kinderwunsch bei Frauen-paaren: Von Insemination bis ROPA-Methode
Viele lesbische Paare träumen davon, eine Familie zu gründen, und fragen sich, welche Möglichkeiten der Schwangerschaft für sie bestehen.
In der Diers Kinderwunschklinik erhalten wir regelmäßig Anfragen von gleichgeschlechtlichen Paaren, die wissen möchten, wie sie gemeinsam ein Kind bekommen können.
Auch wenn es derzeit biologisch nicht möglich ist, dass zwei Frauen ein gemeinsames genetisches Kind bekommen, gibt es heute sichere und bewährte Kinderwunschbehandlungen. Zudem geben vielversprechende wissenschaftliche Entwicklungen Hoffnung für die Zukunft.
In diesem Beitrag stellen wir Ihnen die gängigsten Behandlungsmöglichkeiten für lesbische Paare vor – und blicken darauf, was in Zukunft möglich sein könnte.
Welche Kinderwunsch-behandlungen gibt es für lesbische Paare?
Wenn zwei Frauen gemeinsam ein Kind bekommen möchten, stehen ihnen vor allem zwei Methoden zur Verfügung:
- IUI (Intrauterine Insemination)
- IVF (In-Vitro-Fertilisation), inklusive die ROPA-Methode (auch Reziproke In-Vitro-Fertilisation bzw. Doppelte Mutterschaft)
Lassen Sie uns beide Optionen im Detail betrachten.
IUI als Option für Frauenpaare
Was ist IUI?
Bei der Intrauterinen Insemination (IUI) wird Spendersamen direkt in die Gebärmutter einer der Partnerinnen eingeführt – idealerweise während ihres Eisprungs. Ziel ist eine natürliche Befruchtung der Eizelle.
Die IUI ist ein einfaches, sanftes und nicht-invasives Verfahren, das in der Regel keine Hormonbehandlung erfordert. Sie ist eine der beliebtesten und kostengünstigsten Methoden für lesbische Paare mit Kinderwunsch.
Die Diers Kinderwunschklinik ist seit 2006 auf IUI-Behandlungen für lesbische Frauen spezialisiert. Auch unsere Gründerin Liza Diers wurde selbst durch IUI-Methode Mutter von drei Wunschkindern. Lesen Sie Lizas Geschichte.
👉 Lesen Sie mehr über den Ablauf einer IUI-Behandlung.
Die Wahl des Samensspenders
Bei der IUI stammt das genetische Material von einer Partnerin und dem Samenspender.
Sie können den Spender jedoch so auswählen, dass er der anderen Partnerin im Aussehen oder in der Persönlichkeit ähnlich ist.
Wir bieten Zugang zu detaillierten Spenderprofilen mit Informationen zu:
- Aussehen
- Persönlichkeitsmerkmalen
- Bildung & Werten
- Babyfotos
- Fotos ähnlich aussehender Prominenter
Alternativ können Sie auch einen bekannten Spender wählen, z. B. einen Freund oder ein nicht nah verwandtes Familienmitglied.
👉 Erfahren Sie mehr über die Auswahl des passenden Samenspenders.
Vorteile und mögliche Herausforderungen der IUI
Vorteile:
- Sanftes und natürliches Verfahren
- Geringe Vorbereitung und keine Hormonbehandlung notwendig
- Kostengünstiger als IVF
- Möglichkeit, denselben Spender für beide Partnerinnen zu wählen – für genetisch verwandte Halbgeschwister
Mögliche Herausforderungen:
- Nicht geeignet bei bestimmten Fruchtbarkeitsproblemen (z. B. blockierten Eileitern, schwerer Endometriose)
- Mehrere Behandlungszyklen können notwendig sein
- Einige Paare bevorzugen eine fortgeschrittenere Methode wie IVF
IVF & ROPA Methode – Weitere Optionen für lesbische Paare
Was ist IVF?
Die In-vitro-Fertilisation (IVF) ist ein fortgeschrittenes Kinderwunschverfahren, bei dem Eizellen entnommen, im Labor mit Samenzellen befruchtet und anschließend in die Gebärmutter eingesetzt werden.
👉 Lesen Sie mehr über den Ablauf der IVF-Behandlung.
Was ist die ROPA-Methode?
ROPA steht für Reception of Oocytes from the PArtner.
Die Methode wird auch als gemeinsame Mutterschaft, geteilte Mutterschaft, doppelte Mutterschaft, Co-Mutterschaft oder reziproke IVF bezeichnet.
Bei der ROPA-Methode sind beide Partnerinnen aktiv beteiligt:
- Eine Partnerin spendet die Eizellen (genetische Mutter)
- Die andere Partnerin trägt die Schwangerschaft aus (gebärende Mutter)
So können beide Frauen biologisch und emotional in den Schwangerschafts-prozess eingebunden werden.
👉 Erfahren Sie mehr über die ROPA-Methode.
Vorteile und mögliche Herausforderungen der ROPA-Methode
Vorteile:
- Beide Partnerinnen sind aktiv am Entstehungsprozess beteiligt
- Das Kind hat eine biologische Verbindung zu einer Partnerin und wird von der anderen ausgetragen.
Mögliche Herausforderungen:
- Aufwendiger, kostspieliger und invasiver als IUI
- Erfordert Hormonstimulation und medizinische Eingriffe
- Nicht in allen Ländern und Kliniken erlaubt – in Dänemark wurde reziproke IVF ab Januar 2025 gesetzlich erlaubt. Die Diers Kinderwunschklinik bietet diese Behandlung seit Inkrafttreten der Gesetzesänderung an.
Können zwei Frauen ein gemeinsames genetisches Kind bekommen?
Nein, mit den heutigen medizinischen Möglichkeiten ist das nicht möglich.
Für eine Schwangerschaft sind Eizellen und Spermien erforderlich. Lesbische Paare können mit Hilfe von IUI oder (Reziproke) IVF mithilfe von Spendersamen Eltern werden.
Bei der ROPA-Metode (reziproke IVF) hat die gebärende Mutter dennoch einen biologischen Einfluss auf die frühe Entwicklung des Kindes – durch sogenannte epigenetische Prozesse.
👉 Lesen Sie mehr über Epigenetik bei der Eizellspende.
Zukünftige Möglichkeiten: Ein gemeinsames genetisches Kind für lesbische Paare?
Die Wissenschaft forscht intensiv an Technologien, die es in Zukunft ermöglichen könnten, dass gleichgeschlechtliche Paare ein Kind mit dem Erbgut beider Partnerinnen bekommen.
Gen-Editing & IVG (In-vitro-Gametogenese)
Zwei neue Ansätze:
- Gen-Editing: Umwandlung körpereigener Zellen in Stammzellen und anschließend in Ei- und Samenzellen.
- IVG: Erzeugung von Keimzellen aus Haut- oder Blutzellen.
Diese Technologien sind noch nicht ausgereift und stehen vor zahlreichen wissenschaftlichen, ethischen und rechtlichen Herausforderungen.
Lassen Sie sich auf Ihrem Weg zur Schwangerschaft begleiten
In der Diers Kinderwunsch-klinik unterstützen wir lesbische Paare dabei, ihren Traum vom eigenen Kind zu verwirklichen – ob durch IUI, IVF oder die ROPA-Methode.
Auf unserem Blog finden Sie zudem inspirierende Erfahrungsberichte anderer lesbischer Paare, zum Beispiel:
🌸 Lara & Jenny’s Kinderwunschreise
🌸 Jeruscha & Lisa’s Geschichte – beide gleichzeitig schwanger
🌸 Nicole & Maria’s Regenbogenfamilie
Häufig gestellte Fragen
Nein, mit der heutigen Technologie ist das nicht möglich. Für eine Befruchtung werden Ei- und Samenzellen benötigt.
Die häufigsten Methoden sind IUI (Insemination) und IVF – einschließlich reziproker IVF bzw. ROPA-Methode.
Ja. Seit Januar 2025 ist die reziproke IVF in Dänemark legal. Die Diers Fertility Clinic bietet diese Behandlung an.
Vielleicht. Die Forschung dazu läuft, aber derzeit sind solche Behandlungen nicht zugelassen oder verfügbar.
Ja. Auch wenn die austragende Partnerin keine DNA beisteuert, beeinflusst sie das Kind durch sogenannte epigenetische Prozesse. Während der Schwangerschaft wirkt ihr Körper auf die Genaktivität des Kindes ein – was die Entwicklung, Gesundheit und das Umfeld im Mutterleib mitgestaltet.