Klara und Frieda: Nach der ersten Insemination plötzlich zu viert
Manchmal geht eine Kinderwunschreise schneller, als man es sich jemals hätte vorstellen können.
Klara und Frieda kamen im Frühjar 2025 zum ersten Mal mit ihrem Kinderwunsch zu uns. Nur wenige Wochen nach dem Erstgespräch, fand ihre erste Insemination in der Diers Kinderwunschklinik statt.
Und dieser erste Versuch sollte ihr Leben verändern.
Klara wurde schwanger – und schon bald wartete die nächste große Überraschung auf die beiden: Es war nicht nur ein Baby unterwegs, sondern zwei. Heute sind Klara und Frieda Mamas von Alfons und Hugo, eineiigen Zwillingen.
Wir haben mit ihnen über ihre Reise gesprochen: über die Gedanken vor der Behandlung, die Entscheidung für eine Kinderwunschklinik in Dänemark, die Spenderwahl, die aufregenden Tage rund um die Insemination und natürlich den Moment, in dem sie erfahren haben, dass sie Zwillinge erwarten.
Der Wunsch nach einer gemeinsamen Familie
Klara und Frieda sind bereits seit 10 Jahren ein Paar und schnell war beiden klar, dass sie sich gemeinsam Kinder wünschen. Zunächst wollten sie aber erstmal ihr Studium beenden und als Paar wertvolle Zeit miteinander verbringen.
Nachdem sie Anfang 2025 eine größere Reise beendeten stand fest, dass sie dem Kinderwunsch nachgehen wollten.
Warum eine Kinderwunschbehandlung in Dänemark?
Das Paar informierte sich sowohl bei Kinderwunschkliniken in Hamburg als auch bei uns in der Diers Kinderwunschklinik in Dänemark, die ihnen von Bekannten empfohlen worden war.
Die Entscheidung nach Dänemark zu reisen kam u.a., weil die Kliniken in Hamburg nicht besonders queer-freundlich wirkten. Das Paar bekam z.B. Dokumente zugeschickt, wo der Mann etwas ausfüllen musste, und des Weiteren war ein psychologisches Gutachten notwendig, weil sie die Behandlung mit Spendersamen wünschten:
„Es fühlte sich einfach nicht so richtig an.“
Von der ersten Beratung bis zur Insemination
Ein Monat nach dem Erstgespräch mit Klara und Frieda, kamen die beiden im Frühling 2025 für ihre erste IUI zu uns.
Nach dem Erstgespräch kümmerten die beiden sich erstmals um die notwendigen Bluttests und beschäftigten sich mit der Spenderwahl.
Generell war der Plan der beiden „Nicht zerdenken“.
Frieda sagt:
„Irgendwie haben wir dann überlegt, wenn man es noch zu sehr zerdenkt vorher, wird es nicht helfen. Lieber entscheiden und dann machen.“
Die Spenderwahl wurde innerhalb von 1 Stunde getroffen und beide waren sich schnell einig.
„Wir wollten es nicht zu sehr ins kleinste Detail zerdenken, denn man kann sowieso nicht so viel beeinflussen. Wenn man ein gutes Bauchgefühl hat, wird es schon passen irgendwie.“
Auch die erste Insemination wurde direkt geplant – denn warum sollte man sich weiter verrückt machen, um den perfekten Zeitpunkt festzustellen?
Klara sagt dazu:
„Ich habe mir halt gedacht, es muss ja eh nicht direkt klappen“.
Die erste Insemination
Als Klara und Frieda dann das erste Mal in der Diers Klinik vor Ort waren, war der Besuch voller Aufregung und Vorfreude.
„Es fühlte sich auf Augenhöhe und familiär und persönlich an.“
„Wir waren richtig doll aufgeregt. Wir waren uns unsicher, ob es jetzt wirklich der richtige Zeitpunkt ist. Aber man wurde in der Aufregung komplett abgeholt.“
Trotz Aufregung haben beide die Behandlung als entspannt in Erinnerung. Auch die Akupunktur, die Klara nachfolgend bekam war für sie ein schönes Erlebnis und hat gutgetan.
Danach ging es noch um die Ecke, um Pommes zu essen und dann wieder mit dem Auto Richtung Hamburg.
Bereits im Auto hatte Klara das Gefühl, dass die Behandlung erfolgreich war:
„Vielleicht mag es Einbildung sein, aber ich war mir einfach direkt sicher, dass es geklappt hatte. Ich spürte, dass sich in meinem Körper etwas tat.“
Zwei Wochen, die sich plötzlich sehr lang anfühlen
Nach einer Insemination beginnt für viele die wohl spannendste Phase der Kinderwunschbehandlung: das Warten auf den Schwangerschaftstest.
Frieda konnte kaum abwarten und wollte am liebsten, dass Klara direkt einen Frühtest machen sollte als dies möglich war. Das wollte Klara aber lieber nicht. Sie befürchtete, dass der Test ein falsches Ergebnis anzeigen würde und wollte daher lieber warten.
Zwei Tage vor dem Tag des geplanten Schwangerschaftstest lies Klara sich aber von Frieda überzeugen und machte einen Test: positiv.
Beide waren überglücklich und haben sich riesig gefreut.
Und dann waren es plötzlich zwei
Dass die erste Insemination erfolgreich gewesen war, war bereits eine große Freude. Doch beim zweiten Ultraschall bei der Frauenärztin wartete auf Klara und Frieda noch eine Überraschung: Sie erwarteten eineiige Zwillinge.
„Wir waren bereits früh beim ersten Ultraschall, um die Schwangerschaft zu bestätigen. Hier hat man 1 Baby erkennen können.“
Als die beiden in der 9. Schwangerschaftswoche nochmal zum Ultraschall gingen und plötzlich zwei kleine Herzen zu sehen waren, konnten sie es kaum glauben.
„Wir waren komplett im Schockzustand. Die erste Woche war purer Schock. Wir hatten gar nicht auf dem Schirm gehabt, dass es Zwillinge werden konnten.“
Zusammen mit dem Schock kam vor Allem für Klara auch Angst und Sorge hinzu. Als Hebamme weiß sie nur allzu gut, welche Risiken eine Zwillingsschwangerschaft mit sich führt und sie hatte dauernd alle Schreckszenarien im Kopf:
„Ich konnte mich erstmal so gar nicht richtig freuen.“
Schwangerschaft
Schnell stand fest, dass die Zwillinge eineiige Zwillinge sind und weil beide Kinder sich eine Plazenta teilten, hat man Klaras Schwangerschaft sehr genau überwacht.
„Wir waren alle zwei Wochen beim Ultraschall. Anfangs war dies nicht so schön, weil wir natürlich Sorgen hatten, dass etwas nicht gut aussieht. Wir waren die ersten Male schon ganz schön angespannt.
Mit der Zeit wurde es dann Routine und dadurch das alles immer gut und perfekt war, hat sich die Anspannung in Freude umgewandelt. Man hat sich gefreut die beiden dann zu sehen und es war dann voll schön alle zwei Wochen zum „Kino“ zu kommen.“
Die Schwangerschaft verlief gut ohne größere Komplikationen. Klara ist so dankbar, dass sie dies so erleben durfte.
„Ich habe die Schwangerschaft total genossen. Ich hatte auch nicht so viele Beschwerden, das war echt toll. […] Es ging mir richtig richtig gut, und ich habe es genossen schwanger zu sein.“
Für die Geburt hatte Klara sich sehr gewünscht, dass es eine vaginale Geburt werden sollte, wusste aber auch, dass Zwillingsschwangerschaften oft mit einem Kaiserschnitt enden.
Zusammen mit den Ärzten wurde vereinbart, dass in der 38. Schwangerschaftswoche die Geburt eingeleitet werden sollte.
Im Dezember 2025 haben zwei kleine Jungen die Familie dann komplett gemacht: Alfons und Hugo.
„Ich war froh und stolz über die vaginale Geburt der beiden. Sie waren beide relativ klein noch, aber konnten direkt atmen und waren die ganze Zeit bei uns.“
Weil alles so gut verlief, konnten Karla und Frieda bereits zwei Tage nach der Geburt mit Alfons und Hugo den Heimweg antreten und ihr erstes gemeinsames Weihnachten feiern.
Was Klara und Frieda anderen mit auf den Weg geben möchten
„Nicht zerdenken, einfach machen.“
So antworten Klara und Frieda, als wir sie fragen, welche Ratschläge sie anderen geben möchten.
Man kann eh nicht alles planen und vieles kommt, wie es nun einmal kommt.
Und an Frauen und Paare, die Zwillinge erwarten, können sie nur eins wiedergeben:
„Wir sind so dankbar, dass uns das passiert ist, dass wir jetzt zwei auf einmal haben. Zwillinge sind das größte Geschenk. Es ist ganz besonders und ein riesengroßes Glück.“
Kinderwunschreisen können ganz unterschiedlich aussehen. Manche dauern lange, andere nehmen unerwartete Wendungen – und manchmal führt bereits der erste Versuch zu gleich doppeltem Glück.
Liebe Klara und Frieda, vielen Dank, dass ihr eure Geschichte mit uns und mit anderen Menschen auf ihrer Kinderwunschreise teilt.
Wir freuen uns unglaublich, dass wir einen kleinen Teil eures Weges begleiten durften, und wünschen euch, Alfons und Hugo von Herzen alles Liebe für eure gemeinsame Zukunft.
Blogbeitrag geschrieben von Line, (nach Interview mit Klara und Frieda)